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Gesellschaft für medizinische Information und Prävention

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Letzte Änderung:
09.04.2010

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Die Ist-Situation

Der Medizin in den westlichen Industrienationen droht der finanzielle Kollaps - nicht nur in Deutschland! Laut Regierungserklärung des BMVEL im Juni 2004 müssen jährlich über 72 Milliarden € an Folgekosten alleine für ernährungsbedingte Krankheiten aufgebracht werden.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig und sicherlich nicht nur darin zu sehen, dass wir immer älter werden, wozu vor allem die Beherrschung der Infektionskrankheiten in den letzten Jahrzehnten beigetragen hat.

Vielmehr sind zahlreiche andere Faktoren für diesen Kollaps mitverantwortlich. So hat das Konzept der Symptom orientierten Diagnostik und Therapie zwar Fortschritte bei den Erkenntnissen und Behandlungserfolgen zahlreicher Krankheitsbilder gezeigt, jedoch die stete Zunahme der chronischen Erkrankungen in der Bevölkerung insbesondere im Alter nicht verhindern können.

Ferner liegt der Schwerpunkt der heutigen Medizin weltweit auf der Behandlung manifester Erkrankungen und nicht in der Prävention (K. Hurrelmann: Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung*). Chronische Erkrankungen sind jedoch per definitionem nicht heilbar, sodass die Schulmedizin hier regelmäßig zu spät kommt, da sie erst nach dem Auftreten von Symptomen tätig wird. Dabei sind die Faktoren für eine effiziente Prävention längst aktenkundig und sollen später erläutert werden.

Der Herausforderung, ein umfassendes und effektives Präventionskonzept zu entwickeln, hat sich die Gesundheitspolitik in Deutschland bislang nicht gestellt! Großen Ankündigungen bereits vor Jahren (SGB V) sind im Gesundheitsbereich noch immer keine entsprechenden Taten gefolgt. Für präventive Ansätze stehen nur etwa 4% des gesamten Budgets der gesetzlichen Krankenversicherung zur Verfügung.


Ist-Zustand nach Hurrelmann
(Abbildung 1 des Gesundheitssystems: Ist-Zustand nach Hurrelmann)


* Eine Zusammenfassende Aufstellung der zitierten Veröffentlichungen findet sich unter dem Menüpunkt Literatur