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Letzte Änderung:
09.04.2010

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Folgen für den menschlichen Körper

Die veränderten Essgewohnheiten der "modernen" Menschen haben dazu geführt, dass dem Körper in vielen Fällen nicht mehr die breite Palette an Nährstoffe zur Verfügung steht, die er für ein problemloses Funktionieren benötigt. Lediglich "leere Kalorien" bekommt er im Überfluss und speichert diese als Fett im Körper ab.

Bedingt durch die ungeheure Vielfalt dieser sekundären Pflanzenstoffe oder "Antioxidantien" und ihre ubiquitäre Präsenz im Körper, führt ein Mangel nicht zu einzelnen definierten Krankheitsbildern, wie sie vom Vitaminmangel her bekannt sind, sondern zu einer Beeinträchtigung des Zellstoffwechsels im gesamten Organismus und damit langfristig zu Störungen in praktisch allen Organsystemen. Diese Störungen kann der Körper - unter Umständen erst nach vielen Jahren - nicht mehr kompensieren und wird dann "plötzlich" mit ganz verschiedenen Symptomen "chronisch" krank. An welcher Stelle dies geschieht, ist abhängig von der erblichen Belastung des einzelnen Menschen, seinen genetischen Schwachstellen.

Zu den Betroffenen der Entwicklung gehört meist und vor allem das Immunsystem unseres Körpers, dessen Störungen für die unterschiedlichsten Erkrankungen verantwortlich sind. Das Spektrum reicht von den multiplen Allergieformen wie Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis über Gelenk- und Schilddrüsenerkrankungen bis hin zu den vielfältigen bösartigen Tumorerkrankungen oder der Parodontitis.

Ein weiterer, wichtiger Komplex sind die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil bei einem Mangel an SPS auch der Fettstoffwechsel negativ beeinflusst wird, indem vermehrt oxidiertes Cholesterin entsteht, das unter anderem die sehr kompliziert ablaufende Arteriosklerosebildung fördert. (Die primitive Vorstellung, dass sich ein Zuviel an Cholesterin einfach in den Gefäßen ablagert, hat man längst verlassen müssen).

Aber auch die falsche Zusammensetzung der von uns verzehrten Fette fördert direkt und indirekt die Entstehung der Arteriosklerose sowie weiterer chronischer Erkrankungen wie den so genannten Alterszucker (Diabetes 2), chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (Asthma) und die entzündliche Gelenkerkrankung (Arthritis).

Als letzte große Gruppe seien die degenerativen Gehirnerkrankungen genannt. Während beim Morbus Alzheimer zahlreiche Befunde auf einen Zusammenhang zwischen einem Mangel an SPS und der Entstehung bzw. Progression der Erkrankung hinweisen, ist beim Morbus Parkinson der niedrige Gehalt von SPS im Körper eher sekundär, d.h. Folge der Essstörung als primär Ursache der Erkrankung (H. Kasper*).
Darüber hinaus finden sich nunmehr zunehmend Hinweise, dass auch die deutliche Zunahme der Frequenz depressiver Krankheitsbilder Folge einer langjährigen Fehlernährung ist (Van de Weyer*). Dabei kommt nach neuesten Erkenntnissen u. a. auch dem Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in unserer Nahrung eine besondere Bedeutung zu.

Studienberichte
Dass diese Zusammenhänge z. Beispiel für die Entstehung bösartiger Tumore keine grauen Theorien einiger wissenschaftlicher Spinner sind, zeigen die Ergebnisse großer epidemiologischer Studien wie EPIC (European Investigation into Cancer and Nutrition) an der über 50.000 Einwohner Europas teilnehmen.
So liegt z. B. die Häufigkeit von Tumorerkrankungen in Ländern, in denen reichlich Obst und Gemüse verzehrt wird, die diese sekundären Pflanzenstoffe und Antioxidantien enthalten, um 30-40% niedriger als in den Ländern mit niedrigem Obst- und Gemüseverzehr, d.h. die Tumorhäufigkeit ist direkt abhängig von der Menge der verzehrten sekundären Pflanzenstoffe! Zu vergleichbaren Resultaten kam die Studie von Doll schon vor Jahren.

Grafik nach Doll und Peto
(nach Doll und Peto 1981 sowie Doll 1992)

Dabei kann die Ernährungsweise in verschiedenen Stadien auf das Krebsgeschehen Einfluss nehmen, nämlich in der primären Prävention, die die initiale Krebsentstehung beeinflusst, in der sekundären Prävention, die die maligne Entartung von Vorstufen verhindert, sowie in der tertiären Prävention, durch die ein erneuter Ausbruch der Krankheit nach einer Genesung verhindert werden soll.

Auch für den Schlaganfall als Vertreter der Gefäßerkrankungen wurde die Beziehung zwischen dem Ausmaß des Obst- und Gemüseverzehrs und dem Risiko der Erkrankung nachgewiesen (J. Feng*)



* Eine Zusammenfassende Aufstellung der zitierten Veröffentlichungen findet sich unter dem Menüpunkt Literatur