Die sekundären Pflanzenstoffe müssen täglich mit der Nahrung aufgenommen werden - was unseren Vorfahren nicht schwer gefallen ist, die viele Stunden auf den Beinen waren, um Essbares im weiten Umkreis ihrer Wohnstätte zu sammeln. Diese niedrig kalorische Pflanzenkost musste in großen Mengen verzehrt werden, um dem Körper die benötigten Kalorien (etwa 6000 gegenüber 2500 heute!) zur Verfügung zu stellen. Und in dieser "Pflanzenmasse" waren entsprechend hinreichend sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, derer sich der Körper bedienen konnte.
Aus dieser Zeit stammt ein weiterer Ernährungsaspekt, der uns heute zu schaffen macht. Das Nahrungsangebot war in Bezug auf die Kalorien so knapp, dass der Körper seinen Energiehaushalt optimierte und jede aktuell überzählige Kalorie in sicheren (Fett-) Depots für "schlechte Zeiten" speicherte. Und dieses Verhalten ist heute noch in seinen Genen programmiert.
Angesichts des Kalorienüberflusses in unserer heutigen Gesellschaft eine fatale Eigenschaft, da sie zu Übergewicht führt. Dies wiederum hat deutliche Auswirkungen auf die Gesundheit, denn Übergewicht begünstigt u. a. die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2, koronarer Herzkrankheit, Hypertonie, Gallensteinen, degenerativen Skeletterkrankungen, verschiedenen Krebserkrankungen und anderes mehr. Die Mortalitätsrate steigt mit zunehmendem Körpergewicht an (Leitzmann*).
Professor David Katz, ein Epidemiologe am Yale Prevention Research Center in Amerika machte auf einer wissenschaftlichen Tagung im April 2004 die düstere Prognose, dass bis zum Ende des Jahrzehnts in den Vereinigten Staaten Herzinfarkte und Krebs bei Menschen unter 20 Jahren als Folge der katastrophalen Ernährungssituation erwartet werden.
Ende 2004 wurde prompt bereits über das erste 6-jährige Kind (!) mit Altersdiabetes berichtet!
* Eine Zusammenfassende Aufstellung der zitierten Veröffentlichungen findet sich unter dem Menüpunkt Literatur