Angesichts der geschilderten Schwierigkeiten bei der Änderung des Lebensstils, das heißt bei der Verhaltensprävention ist es sinnvoll, nach Hilfe Umschau zu halten. Diese Hilfe könnte in der Verhältnisprävention zu finden sein (Einzelheiten bei K. Hurrelmann).
Die Verhältnisprävention hat die hohe Effizienz ihrer Maßnahmen in vielen Bereichen bereits bewiesen, z. B. bei der Arbeitsplatzsicherheit oder der Verkehrssicherheit. So ist der laufende Rückgang der Verkehrstoten in den vergangenen Jahren nicht auf Erfolge der Verhaltensprävention (d. h. eine verbesserte Fahrweise der Menschen) sondern auf Effekte der Verhältnisprävention (verbesserte Sicherheitseinrichtungen am Auto und auf den Straßen) zurückzuführen.
Übertragen auf die Probleme der Verhaltensprävention bei der Gesundheitsvorsorge bieten sich als praktikable Auswege aus diesem Dilemma ebenfalls Maßnahmen der Verhältnisprävention an. Um die Defizite bei der Ernährung und Bewegung auszugleichen stehen heute bereits durchaus bewährte Maßnahmen zur Bewegungs- und Nahrungsergänzung zur Verfügung.
Entscheidend dabei ist jedoch nicht nur die Qualität der angebotenen Maßnahmen sondern auch ihre Praktikabilität, das heißt, die Umsetzbarkeit nicht nur in der täglichen Praxis des Arztes sondern auch im Alltag des einzelnen Menschen.